2 Nächte Serengeti – Erfahrungsbericht Teil 2: Die Safari

2 Nächte in der Serengeti – Ein Kurztrip Teil 2: Die Safari

In meinem Erfahrungsbericht über meine Safari in der Serengeti, erzähle ich euch von der schönsten Reise meines Lebens. Der Bericht soll zudem beantworten, ob sich eine Kurz-Safari rentiert, was es kostet und welche tollen Tiere man sehen kann.

Die Safari beginnt

Nachdem wir nun mitten in der Serengeti gelandet sind, ging es als erstes in unsere Lodge, in der wir die nächsten 2 Nächte verbringen sollten. Wir erreichten die Unterkunft in ca. 30 Minuten mit dem Jeep und der Weg dorthin war bereits eine Mini-Safari. Warzenschweine, deren Schwänzchen lustig über dem hohen Gras wedelte, hunderte von Antilopen und freche Affen mit Baby auf dem Rücken, die partout den Weg nicht frei machen wollten.

 

Unsere Unterkunft

Unser Hotel war die „Serengeti Serena Safari Lodge“. Die Unterkunft liegt auf einem Gebirgskamm mit traumhaften Blick auf den Nationalpark und fügt sich optisch perfekt in die Natur ein. Inspiriert durch ein traditionelles Massai-Dorf, sind je 4 Zimmer in einem steinernen Rundbungalow untergebracht. Das Wasser im Infinity-Pool war etwas frisch, ansonsten gab es rein gar nichts zu beanstanden. Das Essen war fantastisch, der Service freundlich und die Zimmer waren wunderschön.

Da wir bereits gegen Mittag dort waren, war für den Nachmittag und den ganzen nächsten Tag Safari angesagt. Unser Ranger holte uns nach dem Mittagessen ab und düste mit uns in die Savanne. Was wir an an diesen beiden Tagen alles sahen, überstieg meine Vorstellungskraft bei weitem! Wir entdeckten mindestens 10 Elefantenfamilien die durch die Savanne streiften, teilweise mit süßen Elefantenbabies die hinter Ihrer Mutter hinterher wackelten. Herden von Wasserbüffeln, die so viele waren, dass man am Horizont nur noch Schwarz sah.

 

Welche Tiere haben wir noch gesehen

Im Gegensatz zu einem Nationalpark in Kenia oder Sri Lanka, waren stundenlang keine anderen Autos zu sehen. Wenn sich einige Jeeps sammelten, dann immer um die größten Jäger des Parks: Löwen und Leoparden. Da die Jeeps oben offen sind, war ich erst etwas beunruhigt, so nahe an den König der Tiere ran zu fahren. Unser Ranger erklärte uns, dass Löwen bis zu 20 Stunden am Tag schlafen und es jetzt wohl grade so weit ist. Das hat mich etwas beruhigt. Es war sehr aufregend die Fleischfresser von der Nähe zu sehen, richtig beeindruckt haben mich aber andere Tiere viel mehr. Meine Favoriten waren die Giraffen, die so sanft, stolz und schön durch die Savanne glitten. Eine Familie streifte direkt vor unserem Auto vorbei und unser Ranger hielt uns an, so leise wie möglich zu sein, um sie nicht zu erschrecken.

Unser Ranger hatte Augen wie ein Adler. Auch nachdem er mir 10 Mal die Stelle zeigte an der er ein besonderes Tier entdeckte, sah ich es immer noch nicht. Er fand sogar beim vorbei fahren einen „Pillendreher“, das ist ein Käfer der Kot sammelt und rückwärts laufend diesen zur Kugel formt. Das Weibchen sitzt dabei auf der Kotkugel und lässt sich gemütlich rollen. 

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Besonders spannend wird es wenn…

Unwohl gefühlt habe ich mich nur kurz bei den Löwen…und als ich pinkeln musste. Unser Ranger wies uns schon vor der Abfahrt darauf hin, dass wir ihm früh genug sagen sollen, falls wir „auf die Toilette“ müssen. Gesagt getan, informierte ich ihn, dass ich „den Reifendruck prüfen muss“. „Checking the tires“, bedeutet so viel, dass man aus dem Jeep aussteigt und hinter das Auto auf den Boden in die Hocke geht um sein Geschäft zu erledigen. Sehr spannend!

Mit der Zeit wurden wir beide etwas mutiger und hätten gerne das eine oder andere Fotos außerhalb des Jeeps gemacht aber das ging natürlich nicht. Der Ranger ist für unsere Sicherheit verantwortlich und eine von Löwen gefressene Touristin könnte er wohl schlecht erklären. Auch war er selber sehr vorsichtig, als er einmal kurz den Jeep verließ um etwas zu prüfen. Die Elefantenfamilie die ca. 400 Meter von uns entfernt stand, fand diese Aktion gar nicht gut und signalisierte ihm mit Drohgebärden (heftiges Kopfschütteln und auf den Boden stampfen), dass er besser wieder einsteigt.  

Die Fahrt mit dem Jeep an sich ist natürlich recht wackelig, es gibt sehr wenige geteerte Wege, der Boden ist nach Regengüssen aufgeweicht und voller Löcher. Abends ist man so durchgeschüttelt, dass man beim Aussteigen aus dem Jeep leicht seekrank werden kann. 

 

Als dann der Abend kam

Bevor wir zu unserem Zimmer gingen, wurden wir darauf hingewiesen, dass wir an der Rezeption anrufen sollen, sobald wir zum Abendessen kommen möchten. Im Gegensatz zu den Nationalparks in Südafrika, dürfen in Tansania innerhalb der Parks keine Zäune aufgestellt werden. Somit kann nachts natürlich alles was Lust und Laune hat, durch die Hotelanlage spazieren. Als es also Zeit fürs Abendessen war, riefen wir an der Rezeption an, worauf es 3 Minuten später an unserer Tür klopfte. Ein großer Lodge-Mitarbeiter mit einem mittelgroßen Buschmesser im Gürtel holte uns ab und begleitete uns zum Haupthaus. Obwohl es nur ca. 100 Meter entfernt war und wir in Begleitung waren, waren wir natürlich ordentlich nervös, blickten ständig nach rechts und links und zuckten beim jedem Blätterrascheln zusammen. Im Nachhinein ziemlich lächerlich aber damals habe ich mir lebhaft vorgestellt, dass mich hinter dem nächsten Busch gleich ein Leopard anspringt.

Nach einem sehr köstlichen Abendessen, nahmen wir noch ein Getränk an der Bar und kamen ins Gespräch mit 2 Piloten, die gleich wissen wollten, ob wir einen „Kill“ gesehen hätten. Wir brauchten etwas Zeit um zu verstehen, dass er uns fragte ob wir beobachten konnten, wir ein Tier gerissen wurde. Nein, haben wir nicht und es war mir auch lieber, unsere Tour unblutig zu beenden.

Unsere Zeit in der Serengeti verging wie im Flug. Wir gaben unserem Ranger USD 20,- Trinkgeld für die beiden Tage (und er schien zufrieden zu sein) und flogen zurück nach Sansibar.  

Fazit: Nie im Leben hätte ich mir diese Vielfalt an Tieren vorstellen können. Bevor wir unseren Trip starteten dachte ich mir, wir werden mit etwas Glück ein paar Elefanten und vereinzelt Giraffen und Zebras sehen. Wie wurden wir überrascht! Auf dem ersten Bild unten seht ihr wie eine Elefantenfamilie durch eine Horde von Büffeln streift und dabei eine Zebra Familie grüßt. Es war einfach unglaublich!  

 

Was kostet das ganze eigentlich?

Ich habe die Preise von 2017 noch im Kopf, sie können sich natürlich mittlerweile etwas geändert haben.

Preise pro Person:

Ruaha: €950,-/für 1 Nacht

Selous: €1050,-/für 1 Nacht

Serengeti: €1.750,- für 3 Tage/2 Nächte

Ngorongoro: €1850,- für 3 Tage/2 Nächte

Warum sind die Last-minute Safaris so teuer?

Wahrscheinlich werdet ihr über die hohen Preise wundern. Wer schon einmal in Kenia auf Safari war weiß, dass man dort bereits einen Tagesausflug für €70,-/Person und eine Nacht im Nationalpark z.B.: für €350,- buchen kann. In Kenia könnt ihr aber auch direkt mit dem Auto in den Nationalpark fahren. Von Sansibar aus müsst Ihr erstmal mit dem Flugzeug auf das Festland fliegen. Ein weiterer Grund ist, dass die Nationalparks in Tansania kein Massenprodukt sind. In Kenia kann es sein, dass oft 20 Jeeps um eine Familie Elefanten rum stehen, in Tansania ist dies weniger der Fall.

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