2 Nächte in der Serengeti – Ein Kurztrip Teil 1: Die Anreise

2 Nächte in der Serengeti – Ein Kurztrip Teil 1: Die Anreise

Wer nur wenig Zeit hat aber unbedingt das ultimative Afrika-Abenteuer erleben möchte, kann z.B.: von Sansibar aus eine Kurzsafari buchen. In meinem Erfahrungsbericht erzähle ich euch wie unser Kurztrip auf das Festland war, was das Erlebnis kostet und ob es sich lohnt, eine Last-minute Safari für ein paar Nächte zu buchen.

Wie ich auf diesem Blog schon einige Male erzählt habe, habe ich von 2016 bis 2017 als Reiseleiter auf Sansibar gelebt und dort für einen deutschen Reiseveranstalter gearbeitet. Für Kurzentschlossene Gäste habe ich unter anderem Last-minute Safaris auf das Festland von Tansania für max. 1-3 Nächte verkauft. Da ich natürlich wissen musste was ich da verkaufe, konnte ich meinen Arbeitgeber überreden, mich und eine Kollegin gemeinsam auf eine „Safari für Spontane“ zu schicken.

 

Unsere Reise in die Seregeti

Es ging morgens schon recht früh, gegen 06:00 Uhr von unserer Unterkunft auf Sansibar los. Der Flieger startete um 08:00 Uhr und flog uns, zwei endlos aufgeregte Mädels, erstmal nach Arusha in den Nordosten Tansanias. Schon der erste Flug war ein absolutes Abenteuer. Noch nie bin ich mit so einem kleinen Flugzeug geflogen, was für ein Erlebnis! Der Blick auf Sansibar von oben, das türkisblaue Wasser – fantastisch! Die erste Nacht verbrachten wir im wunderschönen „Arusha Serena Hotel“, nur 30 Minuten vom Flughafen entfernt, inmitten einer Kaffeeplantage. Das Hauptgebäude hat etwas von einem kolonialen Herrenhaus, die Zimmer sind im Stil eines afrikanischen Dorfes gebaut.

 

Der Flug

Nach einer erholsamen Nacht wurden wir morgens zum Flughafen in Arusha gebracht wo ein noch kleineres Flugzeug als gestern auf uns wartete, um uns in den Nationalpark zu fliegen. Was dann folgte, war der aufregendste und schönste Flug meines Lebens! Die sogenannten Buschflieger sind Propellerflugzeuge mit nur einem Piloten und 15 Sitzplätzen. Ganz frech fragte ich unseren Piloten vor dem Einsteigen ob ich vielleicht sein Co-Pilot sein darf und er sagte tatsächlich Ja! Ich nahm also ganz vorne Platz und war aufgeregt wie noch nie. Gleich anfangs hatten wir einen tollen Ausblick auf die Spitze des Kilimandscharo, den höchsten Berges Afrikas; der Rest des Berges war in Wollen gehüllt. Bald merkten wir, dass sich die Landschaft unter uns veränderte, es wurde trockener, die bewirtschafteten Felder immer weniger und das Flugzeug flog niedriger. Nach nur kurzer Zeit machte mein Herz einen Luftsprung als ich von Flugzeug aus eine Familie von Giraffen entdeckte und gleich darauf Hunderte von Wasserbüffeln die über die Felder streiften. Ich konnte es kaum fassen wie unglaublich viele Tiere wir bereits vom Flugzeug aus sahen. Mehrere Elefantenfamilien, Antilopen und Zebras…es war einfach unglaublich!

 

…was dann passierte…

Anfangs von unserer Reise waren wir noch zu Acht im Flugzeug, 4 davon Geschäftsmänner die im Tourismus arbeiten und Termine bei diversen Lodges hatten. Ein weiteres Paar war in Ihren Flitterwochen und verbrachten 5 Tage in der Serengeti. Zu unserem großen Glück waren wir die letzten Passagiere die ausstiegen. Für die Geschäftsmänner und das Paar landete der Buschflieger jeweils an einem anderen Ort der Serengeti, wir starteten und landeten somit ganze drei Mal innerhalb des Nationalparks! Unser Pilot war ein Amerikaner aus Michigan, der bereits einige Zeit auf den Malediven Wasserflugzeuge flog und private Jets für VIPs auf den Seychellen. Er erklärte mir sehr bereitwillig alle Knöpfe und Schalter auf dem Armaturenbrett und auch wenn ich nur die Hälfte verstand, fühlte ich mich wie ein Flugschüler bei seiner ersten Praxisstunde. Da Ihm mein Interesse an der Technik und seiner Person wohl sehr gefiel, frage er mich, ob ich nicht Lust hätte das Flugzeug zu fliegen. „Are you serious“, und starrte Ihn an. Es war ihm tatsächlich ernst und als er nochmal fragte und ich nur ungläubig den Kopf schüttelte, griff ich trotzdem automatisch zum Steuerknüppel. Ich hörte ein leises Knacken und spürte, wie die Nase des Flugzeugs leicht nach unter zog. Der Pilot wies mich an etwas nach oben zu ziehen, was ich dann auch brav tat.

Plötzlich steckt meine Arbeitskollegin Ihren Kopf durch die Sitze und fragt mich, ob ich grade das Flugzeug fliege. „Jaaaaaaahahahaha“. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in meinem Leben jemals so viel Angst hatte und gleichzeitig so viel Spaß! Der Pilot war ein Meister des guten Zuredens, und erzählte mir am laufenden Band das ich ein Naturtalent bin und wie geschickt ich fliege. „Schon klar“, dachte ich mir und ertappte mich trotzdem dabei, wie ich in meinem Kopf bereits Pläne für einen zweiten Bildungsweg schmiedete.

Irgendwann fragte mich der Pilot ob ich die beiden Hügel vor mir sehe und die Landebahn die sich dahinter befindet. Ich habe zwar die Hügel gesehen, die Landebahn war aber nicht viel mehr als ein von Büschen umgebenes Rollfeld mitten im Nirgendwo.

 

Die Landung

Das mit dem Flugzeug selber landen war natürlich ein Scherz, die Landung übernahm er dann doch lieber selbst – und mir war es auch recht. Wie die beiden Male davor, war auch bei unserem Anflug die Landebahn voller Tiere. Elefanten, Zebras, Antilopen und Affenfamilien, die jedes Mal davon stoben, als das Flugzeug versuchte zu landen und in aller Seelenruhe wieder auf die Landebahn zurück trotteten als das Flugzeug wieder durchstartete. „Where are the f** cars“, beschwerte sich unser Pilot ständig. Erst beim dritten Landeanflug verstand ich was er damit meinte. Plötzlich schlossen aus den Büschen 2 Jeeps mit Rangern, die in Richtung der Landebahn fuhren um die Tiere zu verscheuchen. Das wurde um unserer und der Sicherheit der Tiere willen gemacht. Wir landeten halbwegs sanft und öffneten die Flugzeugtüren. Heiße Luft stieß und entgegen und beim ersten Schritt auf den Boden der Serengeti fühlte ich mich wie Gott in Frankreich. Unser Jeep wartete bereits auf uns und wir stiegen ein. Bis unser Koffer verladen wurde, blickten wir schon ein bisschen nervös durch die Gegend aber die Tiere die wir vom Flugzeug aus noch sahen, waren nun verschwunden.

Wie es danach weiter ging, erfahrt Ihr im nächsten Blog: „2 Nächte in der Serengeti – Ein Kurztrip Teil 2: Die Safari“

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